Wer einen Strauß kauft oder binden lässt und möglichst lange etwas davon haben möchte, stellt sich früher oder später diese Frage: Welche Blumenkombination hält am besten? Und stimmt es eigentlich, dass gemischte Sträuße schneller eingehen als einfache?
Beides lässt sich beantworten – mit ein paar Einschränkungen.
Sorten wählen, die ähnlich lang halten
Das häufigste Problem bei gemischten Sträußen: Die Blumenarten haben unterschiedliche Haltbarkeiten. Rosen und Chrysanthemen in einem Strauß – die Rosen sind nach sieben Tagen hin, die Chrysanthemen würden noch weitere Woche halten. Optisch sieht der Strauß nach einer Woche halb welk aus, obwohl nur ein Teil wirklich am Ende ist.
Wer einen Strauß mit möglichst gleichmäßiger Haltbarkeit möchte, wählt Sorten, die zeitlich ähnlich liegen. Das erfordert etwas Vorwissen – oder eine Rückfrage beim Floristen.
Gute Kombinationen mit ähnlicher Haltbarkeit von zehn bis vierzehn Tagen: Chrysanthemen, Alstroemerie, Lisianthus, Nelken. Wer Rosen dazunimmt, sollte wissen, dass diese früher nachlassen als die anderen.
Die robustesten Einzelsorten
Wenn man auf maximale Haltbarkeit setzt, gibt es einige Sorten, die konsequent überdurchschnittlich abschneiden:
Chrysanthemen führen die Liste an. In einer sauberen Vase mit regelmäßigem Wasserwechsel halten sie oft zwei bis drei Wochen. Sie sind robust gegenüber Wärme, Ethylen und wechselhafter Pflege.
Alstroemerie hält ähnlich lang und hat den Vorteil, dass sie sich gleichmäßig öffnet – der Strauß sieht über viele Tage hinweg frisch aus, weil immer neue Blüten aufgehen.
Nelken werden systematisch unterschätzt. Zwei Wochen sind realistisch, manchmal mehr. Sie sind außerdem vergleichsweise günstig und in vielen Farben erhältlich.
Lisianthus wirkt wie eine elegante Rose, hält aber deutlich länger. Zehn bis vierzehn Tage sind der Normalfall.
Was gemischte Sträuße zusätzlich belastet
Unterschiedliche Pflegeansprüche können sich gegenseitig stören. Tulpen in einer Vase mit Narzissen ist ein bekanntes Beispiel: Narzissen geben einen Saft ins Wasser ab, der für andere Schnittblumen schädlich ist – besonders für Tulpen. Wer beides zusammen stellen möchte, muss die Narzissen zunächst einige Stunden in einem separaten Gefäß stehen lassen, bis der Saftfluss nachlässt.
Auch Ethylen-empfindliche Sorten wie Rosen oder Ranunkeln zusammen mit stark Ethylen-produzierenden Sorten wie älteren Blüten im selben Strauß ist ungünstig. Das beschleunigt den Welkprozess für die empfindlichen Sorten erheblich.
Monochrome Sträuße halten oft länger
Das klingt zunächst nach einem ästhetischen Tipp, hat aber einen praktischen Hintergrund: Wer einen Strauß aus einer einzigen Blumenart bindet – also zum Beispiel nur Chrysanthemen oder nur Alstroemerie – hat keine Konflikte zwischen verschiedenen Pflegeansprüchen, keine unterschiedlichen Haltbarkeiten, keine Interaktionen zwischen den Arten.
Solche Sträuße sind pflegeleichter und halten in der Praxis oft länger als gleichzeitig zusammengestellte Mischsträuße mit vielen Sorten.
Grünzeug und Füllmaterial
Schnittgrün wie Eukalyptus, Schleierkraut oder Pittosporum ist meistens langlebiger als die eigentlichen Blüten – es hält im Schnitt länger und zieht die Gesamtoptik des Straußes in die Länge. Ein Strauß mit stabilem Grünanteil sieht noch gut aus, wenn manche Blüten bereits nachlassen.
Schleierkraut hat außerdem den Ruf, Ethylen abzugeben. Ob das in den Mengen, die in einer normalen Vase entstehen, wirklich relevant ist, bleibt diskutiert – aber wer auf Nummer sicher gehen will, lässt es in empfindlichen Kombinationen weg.
Mehr zu den einzelnen Blumenarten, die besonders langlebig sind, erklärt der Artikel zu Schnittblumen die nicht so schnell verwelken. Und wer wissen möchte, welche Sorten grundsätzlich kurzlebig sind und warum, findet die Antwort im Artikel zu schnell verwelkenden Blumen.
