Blumenstrauß 2 Tage vorher binden – was dabei zu beachten ist

Manchmal möchte man einen Strauß schon am Vortag oder zwei Tage früher vorbereiten – für eine Feier, einen Geburtstag, weil man am Tag selbst keine Zeit hat. Das ist grundsätzlich möglich, aber es gibt ein paar Dinge, die den Unterschied ausmachen zwischen einem frischen Strauß und einem, der zum Übergabezeitpunkt schon leicht mitgenommen wirkt.

Was im Voraus bindet – und was dabei passiert

Wenn man einen Strauß bindet, werden die Stiele zusammengefügt und oft befestigt. Das ändert zunächst nichts an der Haltbarkeit, solange die Blumen danach sofort in Wasser kommen. Das Problem entsteht, wenn sie nach dem Binden nicht eingewässert werden – oder wenn der Strauß gebunden liegt und wartet, ohne Wasserzugang.

Schon eine Stunde ohne Wasser reicht bei empfindlicheren Sorten aus, um den Welkprozess zu starten. Lufteinschlüsse bilden sich in den Stielenden, die Blüten verlieren Feuchtigkeit. Der Strauß sieht dann zur Übergabe nicht mehr so frisch aus, wie man gehofft hatte.

Die richtige Vorgehensweise

Strauß binden, Stiele sofort schräg anschneiden und den Strauß direkt in eine ausreichend große Vase mit frischem Wasser stellen. Nicht liegen lassen, nicht in Folie einwickeln und zur Seite stellen – sondern einwässern.

Der Strauß bleibt dann so bis zum nächsten Tag oder übermorgen in der Vase. An einem kühlen Ort aufbewahren – nicht im warmen Wohnzimmer, sondern eher im Flur, Keller oder an einem anderen kühlen Platz.

Am Tag der Übergabe kurz neu anschneiden – nur einen halben Zentimeter, damit die Leitgefäße wieder offen sind. Das dauert eine Minute und macht einen merklichen Unterschied.

Welche Blumen eignen sich fürs Vorausbinden?

Robuste Sorten halten das problemlos aus: Chrysanthemen, Alstroemerie, Nelken, Lisianthus. Diese Blumen sind weniger empfindlich und verzeihen auch zwölf oder vierundzwanzig Stunden in der Vase vor der Übergabe, ohne sichtbar zu leiden.

Empfindlichere Sorten – Rosen, Anemonen, Maiglöckchen – sind weniger geeignet. Rosen können über Nacht aufgehen, wenn es zu warm ist. Anemonen können schon nach einem Tag deutlich schlaffer wirken. Das ist kein Ausschlusskriterium, aber man sollte es einplanen.

Für Sträuße, die zwei Tage vorher gebunden werden sollen und voll aufgehen dürfen, sind Rosen sogar eine gute Wahl – solange sie kühl stehen. Wer dagegen möchte, dass Rosen zum Übergabezeitpunkt noch nicht ganz geöffnet sind, kauft sie möglichst nah am Termin.

Strauß am Vortag oder zwei Tage vorher?

Ein Tag vorher ist unkompliziert – fast alle Sorten überstehen das problemlos. Zwei Tage vorher ist bei robusten Sorten ebenfalls machbar, bei empfindlichen Sorten aber riskanter. Hier spielt die Lagertemperatur eine große Rolle: Je kühler, desto besser.

Wer auf Nummer sicher gehen will, bereitet die Blumen zwar vor, bindet den endgültigen Strauß aber erst am Morgen des Übergabetags zusammen – und lagert die Blumen bis dahin als losen Bunch in der Vase. Das gibt mehr Flexibilität und erhält die Frische besser als ein bereits fertig gebundener Strauß.

Einwickeln vor der Übergabe

Wenn der Strauß zur Übergabe eingewickelt werden soll, erst kurz vorher einpacken – nicht schon am Vortag. Eingewickelt in Folie oder Papier bei Zimmerwärme staut sich Feuchtigkeit und Wärme, was den Welkprozess beschleunigt.

Papier ist immer besser als Folie. Und wenn der Empfänger nicht sofort eine Vase zur Hand hat, schadet ein feuchtes Tuch um die Stielenden nicht – es hält die Schnittfläche feucht und gibt ein bisschen Zeit. Mehr zum Thema Transport und Übergabe von Blumensträußen als Geschenk findet sich im Artikel zu Blumen als Geschenk frisch halten.